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Das Taufbecken in unserer Kirche stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist aus kunstgeschichtlicher Sicht besonders wertvoll und erhaltenswert. Im vergangenen Jahr wurde es daher fachmännisch und aufwändig restauriert. Nun steht es an seinem neuen Platz in räumlich und thematisch enger Beziehung zur Tauferinnerungswand unter der linken Empore unserer Kirche.

Es ist 4-teilig mit einem 8-eckigen Grundriss, bestehend aus profilierter Basis, datiertes Postament, Figur (Evangelist Markus) und profilierten Taufgefäß mit einer Inschrift. Gearbeitet ist es vermutlich aus Obernkirchener Sandstein. Die Basis ist mit einem Karnis und mehrere Falzen versehen. Das Postament ist teilweise profiliert und trägt die rot-braun eingefärbte Inschrift „ANILSABEIN CULMAN VEREHRT JOHANN STEINENBÖMER:“ Ganz davon abgesehen, dass das Stück wunderbar gearbeitet ist, ist das Interessante an dem Taubecken auf den ersten Blick eigentlich nicht wahrzunehmen und fällt erst bei näherer und längerer Betrachtung auf, denn irgendwie passen die vier Teile nicht so ganz zusammen. Man könnte vermuten, dass die einzelnen Stücke aneinander angepasst und dann zusammengesetzt wurden. 

Die Basis ist etwas asymmetrisch auf das Postament zugearbeitet. Das Postament selbst sieht so aus, als ob es schon mal an einer Wand gesessen hat und umgearbeitet wurde. Die Füße der Skulptur des Löwen ragen über das Postament. Erstaunlich ist, dass das obere Stück, welches etwa 35-40 kg wiegt und im Durchmesser ca. 40 cm beträgt, einfach auf den Kopf des „Markus“ gesetzt wurde. Da das Taufbecken einen historischen Wert hat und in der Ausarbeitung selten ist, sollte es an exponierter Stelle aufgestellt und unbeweglich montiert werden. 

Durch Zufall konnte recherchiert werden, wer die beiden Namensgeber des Taufsteines waren. AN(NA) ILSABEIN CULMANN war im 17. Jahrhundert eines Pfarrers Witwe, die sich aus sozialen Gründen als Hebamme in Brackwede und den umliegenden Dörfern engagiert betätigte. Das war sicherlich keine einfache Aufgabe, wenn man nur an die Entfernungen der einzelnen Siedlungen oder Höfe denkt, und das bei Wind und Wetter und Tag und Nacht. Die einzige Fortbewegung zu den Wöchnerinnen war der Fußweg oder Pferd und Wagen, vielleicht auch ein Einspänner. Man kann aber davon ausgehen, dass immer ein männlicher Begleiter mit einer Laterne dabei war. So fuhren auch noch die Hebammen am Ende des 19. Jahrhunderts zu ihren Kundinnen. Da Frau Culman sich sehr aufopfernd für Ihre schwangeren Frauen und die Neugeborenen eingesetzt hat, stiftete ein Herr STEINENBÖHMER der Ev.-luth. Bartholomäus-Kirche diesen Taufstein. Einige Jahre hat er in unserer Taufkapelle auf seine Wiederentdeckung nach dem Kirchenbrand gewartet. Wir freuen uns über diesen historisch kostbaren Taufstein.

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