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 Einladung zum märchenhaft guten Frauenfrühstück am 3. September 2022 mit Erzählerin Monika Gehle 

Thema: "Wen die Götter lieben"- Märchen die vom Himmel fallen

Ob bibelfestes Schlitzohr, pflichtbewusster Tempeldiener, ehrliche Schneiderin oder findiger Rätsellöser: Sie alle sind im herzoffenen Dialog mit dem Göttlichen, finden es im Alltäglichen wie im Wunderbaren. Und das nicht selten mit einem Lächeln im Gesicht. Wer ihren Geschichten lauscht, wird am Ende vielleicht auch sagen können: Gott hat mir ein Lachen bereitet; jeder, der es hört, wird mir zulachen- 1. Mose 21, 6

 

 

 

Anmeldung generell bitte bis spätestens 3 Tage vorher - gerne aber auch schon früher im Gemeindebüro: 

Tel. 0521/94 23 823

oder info(at)kirchengemeinde-brackwede(dot)de 

oder whatsapp 0170 62 41 561

oder siehe ganz unten auf dieser Seite stehende Mitarbeiterinnen des Teams (AB)


 

 

 

Hier ein Rückblick auf das  zuletzt stattgefundene Frauenfrühstück am 21. Mai 2022

 

Regine Burg (Superintendentin i. R.) 

Thema "Achtsamkeit" 

Begleitet und bereichert wurde der Vortrag und das Frühstück durch das Spiel von Antje Grüger auf ihrer keltischen Harfe

Zunächst stellte sich Frau Burg den anwesenden Besucherinnen vor. Sie blickte dankbar auf ihre Zeit als Superintendentin zurück, ist aber auch nun froh, sich frei gewählten Aufgaben widmen zu können, wie der Familie und besonders der kleinen Enkeltochter. Es war durch Corona eine lange immer wieder verschobene Vorbereitungszeit auf den heutigen Vormittag, die sie als Referentin aber auch sehr genossen hat, um sich wiederholt mit dem Thema zu befassen.

Achtsamkeit- ein ganz aktuelles Thema in Medien und Ratgebern. "Ich achte auf mich"- ist das nicht etwas, was bei Frauen oft zu kurz kommt, weil sie jonglieren zwischen Familie, Haushalt, Beruf oder Ehrenamt?

Achtsamkeit, ich achte auf mich, ich nehme bewusst die Gegenwart wahr; ich nehme mich wahr, den anderen und das, was mich umgibt.

Achtsam zu sein- das hat in diesen Zeiten eine weitaus größere Bedeutung bekommen. Als vermeintlich nichts mehr ging- verschob sich unser Fokus auf die dann möglichen Freuden: die Blumen im Garten, die Musik, das Lesen eines Buches, der Besuch eines Gottesdienstes, auch wenn der Besuch oft nur mit Maske und im Anfang ohne Singen möglich war. Als kein spontaner Ausflug ins Cafe mit der Freundin möglich war, wurde es ein langes Telefonat, das wieder Mut machte. Der Krieg in der Ukraine hat uns darüber hinaus deutlich gemacht, wie wichtig der Frieden für uns ist. Es hat uns dazu gebracht, achtsamer mit unseren Mitmenschen umzugehen. Der Einkauf für die Nachbarin, kleine Gesten, über die wir erst nachgedacht haben, sie umzusetzen, als wir dazu genötigt wurden. Der wiederentdeckte Spaziergang am Abend- vielleicht für den Einen oder die Andere eine neue gute Erfahrung, um sich selbst Gutes tun. Diese neu gelernte Achtsamkeit hat uns verändert. Frau Burg freute sich über ihre eigene Kraft, die es ihr ermöglichte, Kollegen im Pfarramt zu begleiten, bis die alte Kraft wieder da war. Das Beschäftigen mit den Sorgen anderer macht in vielen Fällen die eigenen Sorgen kleiner.

Dann gibt es natürlich auch Menschen, die sich immer nur mit sich selbst beschäftigen, die immer nur an sich selbst denken, die ihre Gesundheit erforschen und die vor aller Obacht auf sich selbst kaum Augen haben für andere und deren Nöte. Solches um sich selbst kreisen, ist wirklich nicht erstrebenswert- und letztlich auch ungesund.  Wenn einen Sorgen und Ängste quälen, dann tut es gut, von sich selbst und den eigenen Sorgen abzusehen und andere, die meine Zuwendung brauchen, in den Blick zu nehmen. Das kann helfen, die eigenen Sorgen zu relativieren. Das Wort des berühmten Rabi Hillel bringt die Balance zwischen Selbstachtung und sich kümmern um andere, gut auf den Punkt:

Wenn ich nicht für mich bin, wer ist für mich?- Wenn ich nur für mich sorge, was bin ich?- Wenn nicht Jetzt, wann dann? 

Die Ausführungen von Frau Burg wurden immer wieder durch musikalisch begleitete Pausen der eigenen Besinnung und zum Austausch der Frauen an den Tischen genutzt.

"Achtsamkeit"  ist ein so genannter Containerbegriff. Dieser Container lädt alles ein, was aus seiner Erfahrung und Tradition wichtig ist. Deshalb enthält dieser Container bei genauer Betrachtung ganz unterschiedliche Dinge, die manchmal vermischt werden. Das sind die folgenden Bereiche:  die buddhistischen Wurzeln, die psychologischen Studien und der biblische Hintergrund.

Das Ziel der buddhistischen Achtsamkeitspraxis ist es, ein gutes Leben zu führen, Extreme zu vermeiden, auch mit Leid glücklich zu werden und anderen mit Freundlichkeit zu begegnen. Empfindungen und Gefühle sollen von außen betrachtet werden und man lässt sie vorbeiziehen. Die Beobachterperspektive ermöglicht Abstand und Freiheit. Umgang mit Leiden wird eingeübt- immer nur wahrgenommen nicht bewertet- lösungsorientiert damit umgegangen. Indem man die Beobachterperspektive einnimmt, bleibt man achtsam und unabhängig. Ziel des Weges der Achtsamkeit ist die Befreiung vom eigenen Ich und die innere Erleuchtung. Damit geht natürlich auf der anderen Seite auch das unmittelbare frische Erleben und die spontane Reaktion verloren. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, muss jede für sich entscheiden.

In der Psychotherapie haben sich seit etwa 15 Jahren unterschiedliche Bereiche der Verhaltenstherapie, der Tiefenpsychologie und der Traumatherapie für Übungen der Achtsamkeit geöffnet. Man lernt, Ruhe zu finden und die eigene mentale Verfassung wahrzunehmen und sie dann zu beeinflussen. Durch eine Körperreise oder Atemübung- fördert man die Konzentration auf sich selbst. In der "Mindfull Based Cocnitiv Therapie" wird die Veränderung der eigenen Haltung gefördert. Die Therapie kann bei Rückfällen bei Depressionen oder auch bei Menschen mit chronischen Schmerzen erfolgreich sein. Ähnlich wird auch bei Suchtverhalten therapiert. Wahrnehmen- verstehen- achtsam mit dem eigenen Verhalten umzugehen. Es muss ja nicht immer gleich die ganze Tafel Schokolade sein...vielleicht reicht ein Stückchen oder etwas Obst.

Die bewusste Einübung der Achtsamkeit kann eine wichtige Gegenstrategie sein zu Kultur unserer Gesellschaft, die immer mehr Unachtsamkeit und Zerstreuung bietet. Wir Menschen können je nach Befindlichkeit von solchen Achtsamkeitsübungen profitieren, wenn wir das eigene Erleben bewusst wahrnehmen und dann die Chance ergreifen, es auch bewusst zu verändern. Dass die unterschiedlichen Therapieangebote auch Türen zur spirituellen Erfahrungsebene öffnen und ermutigen, den Glauben, die Religion, das Vertrauen zu Gott als positive Reccource im Alltag zu nutzen, ist für Frau Burg als Theologin eine sehr begrüßenswerte Seite dieser psychologischen Ansätze.

In der biblischen Tradition findet sich der Begriff "Achtsamkeit" nicht wörtlich.- Aber das Doppelgebot "Liebe Gott und Deinen Nächsten, wie Dich selbst" ist laut den Ausführungen von Frau Burg eine grundlegende Ermunterung zu einem achtsamen Umgang mit Gott. Wir werden ermutigt, offen zu sein für Gott. So eine offene Haltung auf Gott hin beschreibt Paulus in den bekannten Worten: "Betet ohne Unterlass". Im Gebet wird uns bewusst und lebendig, dass wir in Gottes Gegenwart leben.  Im Gebet schweigt der Mensch vor Gott. Er kommt zur Ruhe aus der Hektik des Alltags. Das wird auch Kontemplation genannt. Wachsamkeit für Gottes Nähe wird im Neuen Testament anschaulich in dem Gleichnis mit den 1o Jungfrauen. Die warten mitten in der Nacht auf die Ankunft des Bräutigams und sollen ihre Lichter brennend halten:"Darum lasset eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennen und seid gleich den Menschen, die auf den Herrn warten." Gott im "Hier und Jetzt" zu begegnen und ihn zugleich in Zukunft zu erwarten. darum geht es im "Achtsam sein für Gott " im Gebet.  Wir werden auch ermutigt, achtsam und wachsam zu sein für die anderen, für ihre Bedürfnisse und Nöte. Das begegnet dem Leser in der Bibel in der Geschichte vom barmherzigen Samariter. Wir werden ermutigt, dankbar zu sein, für Situationen in denen wir bewahrt wurden. "Vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat," heißt es in Psalm 103. Genau das ist Achtsamkeit, wahrzunehmen, was mein Leben trägt und erhält: die Natur mit all ihren Früchten, die mich ernähren, den Blumen, die mich erfreuen, dem Meer und den Bergen, die mich erstaunen lassen. Und den anderen Menschen, die zu mir gehören; den Eltern, die mir das Leben gaben und die mich behüteten, den Freunden und Freundinnen, mit denen ich neben meinem Partner meinen Weg teile, die mir beistehen, mit mir feiern und mit mir unterwegs sind und den Kindern und Enkeln. Gott hat mir meinen Körper gegeben, ein Wunderwerk, das ich leider oft erst dann wahrnehme, wenn er mal nicht funktioniert. Beim Neugeborenen staunen wir über die Perfektion der Hände und über das Lachen. Lassen sie uns mehr staunen und nicht beklagen, was nicht geht.

Wir sind ermutigt, achtsam in die Zukunft zu gehen-

Eine offene und dankbare Haltung macht Mut und schenkt uns Vertrauen für die Zukunft. Dabei müssen wir auch unsere Vergänglichkeit nicht ausblenden. "Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden." heißt es im 90. Psalm. Wenn ich darauf vertraue, dass ich auch im Tod von Gott geborgen bin, dann brauche ich meine Endlichkeit nicht zu verdrängen. "Sorget euch nicht", das wird uns in der Bergpredigt von Gott zugesagt; denn "seht die Lilien auf dem Feld und die Vögel  unter dem Himmel"....indem ich die Schönheit und Vollkommenheit, mit der Gott die Natur ausgestattet hat, achtsam wahrnehme, kann ich sowohl das Belastende von Gestern loslassen, aber auch die Ängste vor Morgen und achtsam sein für die Gegenwart, die uns Gott schenkt.

Diese vier Aspekte:

Offen sein, für Gott,

wachsam für den Anderen,

Dankbar für Vergangenes,

und Vertrauen in die Zukunft,

all das umfasst Achtsamkeit nach biblischem Verständnis.

Prüfet alles, das Beste behaltet! Als Christinnen können wir auch die Traditionen anderer Religionen und die Erfahrungen der Psychologie übernehmen, je nach dem, was unserem Leben gut tut. Und wir können aus unserer eigenen christlichen Tradition das wiederentdecken und beleben, was lange unbeachtet war. Wir können nun in unserem trubeligen Alltag achtsam sein- für Gott- für uns...zunächst im Gebet- möglichst zu festen Zeiten. Entweder einen Psalm sprechen, ein vorformuliertes Gebet oder aus einem Gebetbuch. Es ist gut, wenn wir uns eine Zeit der Stille reservieren.

Neben dem Gebet kann man dem Rat von Dorothe Sölle folgen, jeden Tag drei Dinge aufzuschreiben, für die man Gott loben kann denn: "vergiss nicht, was ER dir Gutes getan hat". Frau Burg berichtete, dass eine ältere Frau, die sie besuchte, und die kein einfaches Leben hatte, sich in einer Kladde ein "Sternenbuch" eingerichtet hatte, in dem sie Leuchtpunkte, das Bereichernde in ihrem Leben, als Sterne in mancher Nacht aufschrieb und dass sie sich in neuen Phasen von Belastungen daraus Kraft zog. Übungen in der Stille, bewusstes Atmen, Gedanken kommen und ziehen zu lassen, all das hilft, ganz in der Gegenwart zu sein und nicht von den Problemen gestern und morgen gefangen zu werden.

..dazu ein weiterer Text von Dorothee Sölle: das Dritte Gebot-(du sollst den Feiertag heiligen) sagt mir: Du sollst dich selbst unterbrechen. Zwischen Arbeiten und Konsumieren soll Stille sein- und Freude, zwischen Aufräumen und Vorbereiten sollst du es in dir singen hören, Gottes altes Lied von den sechs Tagen und dem Einen, der anders ist. Zwischen Wegschaffen und Vorplanen sollst du dich erinnern an diesen ersten Morgen, deinen und aller Anfang, als die Sonne aufging, ohne Zweck und du nicht berechnet wurdest in der Zeit, die niemand gehört, außer dem Ewigen.

Nach einer Achtsamkeitsübung schloss Frau Burg mit einem Gedicht von Andreas Gryphius, dass sie selbst immer wieder ermutigt, ganz im Augenblick zu leben:

Mein sind die Jahre nicht, die mir die Zeit genommen.

Mein sind die Jahre nicht, die auch noch mögen kommen.

Der Augenblick ist mein und nehm ich den in acht,

so ist der mein, der Zeit und Ewigkeit gemacht.

 

Lassen Sie uns achtsam bleiben und bleiben Sie behütet.

 

 

Für Änderungsvorschläge dieser Seite bin ich jederzeit offen.

Marie-Luise Marufke

 

Das Frauenfrühstück findet zwei Mal im Jahr- Samstags von 9- 11.30Uhr im Gemeindehaus der Bartholomäuskirche, Kirchweg 10, 33647 Bielefeld statt.  

 

 

Bitte melden Sie sich im Gemeindebüro oder bei einer der unten stehenden Mitarbeiterinnen an.  

 

 

Informationen über das nächste Treffen stehen in der  Terminübersicht
  
Kontaktpersonen sind:
Frau Spruch, Tel. 0521/95968060
Frau Marufke, Tel. 0521/410143 

 
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