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Gedanken zum Pfingstfest

Die Beziehung Gottes zu uns reißt nicht ab

Liebe Geschwister im Reich Gottes!

Jesus spricht zu seinen Jüngern:
Nehmt hin den Heiligen Geist!
Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen;
welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

(Johannes-Evangelium, Kapitel 20, Verse 22 -23)

Was für eine Aufgabe!

Und was für eine Verantwortung, damit verbunden.

Als ob es nicht schon schwer genug, dass wir jeden Tag zahlreiche Entscheidungen treffen müssen, dass Richter und Richterinnen Urteile sprechen, Lehrer und Lehreinnen Beurteilungen und Zensuren geben.

Aber das ist ja nur die Spitze des Eisberges.

Als Eltern, als Käufer, als Nachbarn Gemeindeglieder und Staatsbürger, immer wieder müssen wir uns eine Meinung bilden und uns anschließend in unserem Handeln daran orientieren.

Aber Sünden zu vergeben, mehr noch ewige Strafen zu verhängen, sind das nicht Aufgaben, die Gott allein vorbehalten bleiben sollten?

Muss sich daran nicht jeder Mensch verheben, ganz gleich ob er sich nun Apostel, Papst oder Pfarrer nennt?

 

Wir müssen in diesen Tagen – ob wir wollen oder nicht – immer wieder Entscheidungen treffen:

Wann setze ich eine Nase-Mund-Schutzmaske auf und wann nicht?

Wann wasche ich mir die Hände oder desinfiziere sie, wenn das nicht möglich ist?

Mit wem treffe ich mich persönlich – und wo belasse ich es bei einem Telefonanruf oder wem schriebe ich gar einen Brief?

Nehme ich meine Eltern oder meine Kinder in den Arm, auch wenn die nicht im selben Haushalt wohnen wie ich?

Alltägliches scheinbar, aber etwas, das in dieser verrückten Zeit im Extremfall zu einer Entscheidung über Leben und Tod werden kann.

 

Als ob das nicht schon viel zu viel für uns wäre, sollen wir dann auch noch entscheiden, wem seine Sünden vergeben werden und wem nicht.

Das überfordert mich, macht mir Angst.

Dabei ist doch Pfingsten, ein Feiertag, ein Freudentag, ein Tag, der für Freude und Begeisterung steht nicht und nicht für Mutlosigkeit und Zukunftsangst.

 

Der entscheidende Schlüssel zum Verständnis des Textes im Johannes-Evangelium ist für mich:

Es geht hier nicht um die Jünger, die späteren Apostel an sich, also um Menschen.

Es geht auch nicht um Jesus an sich oder um Gott Vater oder um den Heiligen Geist, also um Gott.

Es geht um Beziehungen,

um die Beziehung zwischen Jesus und seinen Jüngern,

um die Beziehung zwischen Gott Vater, Sohn und Heiligen Geist,

um die Beziehung zwischen Göttlichem und Menschlichen.

Solange diese Verbindung bestehen bleibt, solange das Miteinander gelebt wird, haben wir allen Grund, Pfingsten zu feiern.

Sobald aber die Beziehungen gestört sind, werden wir von der Angst vor der Zukunft überwältigt.

 

Zunächst legt der Evangelist großen Wert darauf, dass der Auferstandene identisch ist mit dem Menschen Jesus von Nazareth.

Deshalb der deutliche Hinweis die Verletzungen, die der bei der Kreuzigung erlitten hat – an seinen Händen und an seiner Seite.

Grundlegend für unseren Glauben ist die untrennbar enge Beziehung Jesu zu Gott dem Schöpfer.

Das zeigt sich darin, dass der Vater seinen Sohn in unsere Welt gesandt hat.

Ebenso eng ist die Beziehung Jesu zum Heiligen Geist.

Der weht zwar, wo er will, aber offensichtlich nur dorthin, wohin Jesus es will – in der Gemeinschaft mit seinem Vater.

So kann Jesus die Jünger anblasen und ihnen den göttlichen Geist zusprechen – mit den Worten:

„Nehmt hin den Heiligen Geist.“

 

Zu Pfingsten feiern wir nun aber nicht nur den dreieinigen Gott, nicht nur die unglaublich enge Beziehung zwischen Gott Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Wir feiern, dass dieser Gott mit uns in Beziehung getreten ist und mit uns in Beziehung bleibt.

Zusätzlich zur göttlichen Schöpfung, zur Menschwerdung Gottes in Jesus Christus kommt das Wirken des Heiligen Geistes - in Menschen wie den Jüngern damals und in Menschen wie uns heute.

Wir sind mit hineingenommen in die göttliche Gemeinschaft von Vater, Sohn und Heiligem Geist.

Weil und solange Gottes Geist in uns wirkt, weil und solange wir uns von der Liebe bestimmen lassen, die das Wesen Gottes ausmacht, können und dürfen wir getrost Entscheidungen treffen und auch Beurteilungen abgeben.

Weil wir Menschen sind, werden dabei immer wieder Fehler machen, wir werden Irrtümern erliegen. Daran führt kein Weg vorbei.

Aber Gott sei Dank, wir dürfen aus unseren Fehlern lernen und Irrtümer überwinden.

Auch darin zeigt sich das Wirken des Heiligen Geistes.

Wir dürfen Pfingsten feiern und danach wieder besonnen und zuversichtlich an die Arbeit gehen.

Solange wir dabei in einer lebendigen Beziehung zu Gott bleiben, sind wir auf einem guten Weg.

 

Wir sind gesegnet!
Bleiben wir besonnen.

K  
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